Stadtelternrat kritisiert die Ablehnung des Antrags auf Änderungen der Satzung zur Tagespflege

Eltern von Kindern ohne besonderen Bedarf sollen in Leverkusen weiterhin in der Tagespflege zuzahlen. Der Stadtrat lehnte die vom Stadtelternrat vorgeschlagenen Änderungen der Satzung zur Tagespflege in seiner Sitzung vom 9.7.2018 erneut ab.

Irina Prüm, Vorsitzende des Stadtelternrats Leverkusen, hatte einen Antrag auf Änderung der Satzung zur Tagespflege[1] gestellt. Ziel des vorgeschlagenen Entfalls der 25-Stunden-Deckelung war es, dass die vorhandenen Plätze in der Tagespflege allen Eltern zugänglich gemacht werden und gleichzeitig die Tagespflege für Tagespflegepersonen in Leverkusen attraktiver wird, um deren Abwanderung in benachbarte Kommunen zu verhindern.

Dazu die IG Leverkusener Kindertagespflege: „In den Leverkusener Kitas erhalten knapp 6.000 Kinder eine Betreuung von mindestens 35 Betreuungsstunden pro Woche. In der Kindertagespflege müssen Eltern ab der 26. Stunde nachweisen, dass die Zeiten benötigt werden, oder die Mehrstunden selbst finanzieren. Für Tagespflegepersonen ist es ebenso wie für Kitas unwirtschaftlich, 25-Stunden-Plätze anzubieten, jedoch werden wir in der Tagespflege durch die Satzung teilweise dazu gezwungen. Bevor Plätze leer stehen, werden sie mit großen finanziellen Verlusten für die Tagespflegepersonen mit 25 Stunden belegt, was kaum existenzsichernd ist. In benachbarten Kommunen können Stundenkontingente vereinbart werden, die den Bedürfnissen der Kinder oder der Eltern entsprechen. Wir hoffen, Leverkusen hebt zeitnah die Stundenbegrenzung auf. In der Kindertagespflege gibt es im Übrigen in nahezu jedem Stadtteil noch freie Plätze.“

Die Ungleichbehandlung von Kita- und Tagespflegeplätzen ist sowohl für die IG Leverkusener Tagespflege als auch für den Stadtelternrat ebensowenig nachvollziehbar wie die Begründung zur Ablehnung des Antrags.

Jessica Köpnick vom Stadtelternrat macht deutlich: „Die Tagespflege ist unser zweites Standbein bei der Kinderbetreuung. Nur hier können zusätzliche Plätze, die wir dringend benötigen, kurzfristig entstehen. Warum werden dort die Hürden für Eltern so hoch gelegt? Wenn es kaum Plätze mit 25 Stunden gibt, muss notfalls auch ein Platz mit mehr Stunden bewilligt werden. Es gibt zu wenig Kitaplätze, unter diesen Bedingungen können unsere Kinder aber auch nicht in die Tagespflege! Zur Klarstellung: Der Stadtelternrat setzt sich grundsätzlich dafür ein, dass möglichst viele unterschiedliche Stundenkontingente in Kitas angeboten werden, um den Eltern eine Wahlfreiheit zu ermöglichen. Er hat jedoch nie vorgeschlagen, dass in Kitas mehr 25-Stunden-Betreuung angeboten wird, sondern forderte schlicht den Wegfall der 25-Stunden-Deckelung in der Kindertagespflege, damit die dort vorhandenen Plätze genutzt werden können.“

Der Änderungsantrag des Stadtelternrates zur Verwaltungsvorlage[2] zur Änderung der „Satzung der Stadt Leverkusen über die Förderung von Kindern in Tagespflege“ wurde bereits am 14.6.2018 im Kinder- und Jugendhilfeausschuss abgelehnt, diesem Beschluss folgte nun der Stadtrat.

[1] https://stadtelternratleverkusenblog.wordpress.com/2018/06/12/antrag-zu-%c2%a72-der-satzung-zur-kindertagespflege/
[2] http://ris.leverkusen.de/getfile.asp?id=81650&type=do&

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