Volles Haus beim offenen Treffen des Stadtelternrates Leverkusen

Am Dienstag, den 8. Januar 2019 lud der Stadtelternrat Leverkusen zu seinem offenen Treffen in der Wacht am Rhein. Die rund 50 Teilnehmer brachten die Raumkapazität an ihre Grenze. Nicht nur Eltern von bestehenden und werdenden Kita-Kindern folgten der Einladung, sondern auch Vertreter aus Tagespflege, Trägerschaft und Politik. Intensiv diskutiert wurden vor allem die Themen Elternbeiträgeund Mitwirkung in der Kita, die neuen Aufnahmekriterien für städtische Kitas, der Kitaplaner und der rechtliche Anspruch auf Betreuung.

„Mit so viel Resonanz zum Jahresauftakt haben wir nicht gerechnet. Wir freuen uns umso mehr, dass die Teilnehmer fast zu gleichen Teilen aus Eltern von Kita-Kindern und jenen auf Kitaplatzsuche bestanden. Das zeigt die Vielfalt der Themen, bei denen Austauschbedarf besteht und bei denen wir unterstützen möchten“, so Jessica Köpnick, stellvertretende Vorsitzende.

Zahlreiche Fragen zur Elternmitwirkung, Elternbeiträge und Rechtsanspruch zeigten das große Interesse der Eltern. „Es gibt einige Probleme, bei denen dringender Handlungsbedarf besteht. Diese werden wir bei unserem nächsten Treffen mit der Verwaltung ansprechen müssen. Dazu gehört neben dem Dauerthema Platzmangel auch der zum derzeitigen Kenntnisstand unzureichende Verfahrensablauf zu den Aufnahmekriterien in städtischen Kitas. Der Kitaplaner weist an keiner Stelle auf notwendige Nachweise hin. Eltern, die ihr Kind vor Mitte November angemeldet haben, erhalten keine Information darüber, dass sie bei städtischen Kitas Angaben zu den Aufnahmekriterien machen müssen. Wir können den Eltern, die dringend einen Betreuungsplatz brauchen, nur raten, rechtzeitig dem Jugendamt gegenüber ihren Bedarf anzumelden, indem sie z.B. den Antrag auf Erfüllung des Rechtsanspruches ausfüllen“, erläutert Oliver Ding, ebenfalls stellvertretender Vorsitzender. Auch Schwierigkeiten beim Einberufen des Rates der Tageseinrichtung und mangelnde Informierung der Eltern bezüglich möglicher Änderungen am Betreuungsumfang oder zur Ferienbetreuung wurden als Themen angesprochen.

Die Teilnehmer lobten zudem die Erhöhung der Betreuungsquote für U3-Kinder in Leverkusen, sorgten sich allerdings über das Fehlen der dazu notwendigen Erzieher. „Der Fachkräftemangel ist eine Problematik, die nicht nur kommunal gelöst werden kann. Allerdings ist die Praxisintegrierte Erzieherausbildung (PIA) ein guter Schritt, der hier bereits ab dem kommenden Kita-Jahr für eine Entspannung bei der Personalsituation sorgen könnte. Die Probleme in der Kindertagesbetreuung sind vielschichtig und vor allem ein politisches Thema“, so Vorsitzende Irina Prüm, die mit ihrem Amt im Landeselternbeirat gleichzeitig an der Schnittstelle zur NRW-Politik sitzt.

Die nur wenige Stunden vorher gemachte Ankündigung der Landesregierung, dass 2020/2021 ein zweites betragsfreies Jahr eingeführt werden wird, trug zusätzlich zur guten Stimmung des Abends bei. Trotz vielen unterschiedlichen Meinungen bei verschiedenen Themen sind sich wohl alle Leverkusener Kitaeltern in einem einig: Bei den Beiträgen muss sich etwas ändern.

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